Nordirland erstellt ein neues Curriculum für die Grund- und Sekundarschulbildung. Der vorgeschlagene Plan mit dem Namen Northern Ireland Curriculum Framework 2028, unter dem Titel TransformED, befindet sich in der Konsultation und Überprüfung. Dieses Programm basiert auf dem Konzept des reichen Wissens, das auf ein tiefes Verständnis des spezifischen Inhalts jedes Fachs abzielt, anstatt sich auf allgemeine Fähigkeiten zu konzentrieren. Dieser Ansatz weist Ähnlichkeiten mit den Bildungsreformen von 2013 in England auf, die von Michael Gove, dem damaligen Bildungsminister, geleitet wurden und die Auswirkungen der kognitiven Wissenschaften sowie den Glauben betonten, dass sicheres Wissen die Grundlage für höheres Denken ist.
Wesentliche Änderungen im Sprachunterricht
Eine der grundlegenden vorgeschlagenen Änderungen in Nordirland sind Einschränkungen im Sprachunterricht. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden moderne Sprachen wie Französisch, Deutsch, Irisch und Spanisch an Schulen in Nordirland unterrichtet. Allerdings wurde durch frühere Reformen zu Beginn der 2000er Jahre die Möglichkeit verpasst, verpflichtende Sprachen in das Grundcurriculum aufzunehmen, was dazu führte, dass Nordirland als eine der Regionen mit der kürzesten Pflichtlernzeit für Sprachen in der Europäischen Union anerkannt wurde.
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Dennoch bieten viele weiterführende Schulen in Nordirland zwei oder drei Sprachen an. Das aktuelle Curriculum verlangt, dass mindestens eine Sprache aus den Sprachen der Europäischen Union gelernt wird, bietet jedoch auch ausreichend Flexibilität für das Erlernen weiterer Sprachen. Während die neuen Programme moderne Sprachen in der Grundschule noch nicht einbeziehen, wird eine moderne Sprache als Hauptsprache in der Sekundarstufe (Alter 11 bis 14) berücksichtigt.
Herausforderungen beim Sprachenlernen
In den Schulen Nordirlands, die auf Englisch unterrichten, wird Irisch als moderne Sprache mit dem gleichen Status wie Französisch, Deutsch und Spanisch betrachtet. In zwei weiterführenden Schulen, die Irisch unterrichten, lernen die Schüler durch Irisch und erwerben Englisch sowie eine der Sprachen Französisch oder Spanisch. Dieser Ansatz unterscheidet sich von anderen keltischen Regionen, deren Sprachprogramme erweitert wurden.
Seit 2013 haben alle Schüler in Schottland die Möglichkeit, mindestens zwei moderne Sprachen zu lernen. Die Republik Irland und Wales haben ebenfalls zweisprachige Politiken, die zusätzlich eine weitere Sprache umfassen, sodass alle Schüler Irisch oder Walisisch lernen und dann eine weitere moderne Fremdsprache hinzufügen. Der Fokus auf das Erlernen nur einer Sprache im Alter von 11 bis 14 in Nordirland stellt eine bedeutende politische Änderung dar, die in keiner anderen Region Großbritanniens zu beobachten ist.
Die Argumentation der nordirischen Regierung ist, dass Forschungsergebnisse zeigen, dass die Lernzeit auf die Entwicklung von Wissensvertiefung konzentriert werden sollte. Es gibt jedoch keine anerkannten internationalen Studien, die belegen, dass Jugendliche nur eine Sprache in der Schule lernen sollten oder dass das Lernen auf die Altersgruppe von 11 bis 14 beschränkt sein sollte. Tatsächlich hat die Europäische Union Ziele festgelegt, die darauf abzielen, dass alle Schüler bis zum Ende der Sekundarstufe die Unterrichtssprache und zwei weitere Sprachen beherrschen.
Diese Änderungen im Sprachenlernen könnten ernsthafte Auswirkungen auf zukünftige Generationen haben. Angesichts der Tatsache, dass Schulen in Nordirland über 21.350 neu zugewanderte Schüler haben und Sprecher von über 90 Sprachen beherbergen, könnten die heutigen Entscheidungen tiefgreifende Auswirkungen auf die Zukunft des Sprachenlernens haben.
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