Südkorea erlebte im Dezember 2024 zum ersten Mal, dass der Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren 20 Prozent überschritt und als "überalterte Gesellschaft" anerkannt wurde. Es wird prognostiziert, dass dieser Anteil bis August 2026 auf 22,1 Prozent steigen wird. Diese Situation ist nicht nur ein Zeichen für demografischen Fortschritt, sondern bringt auch neue Herausforderungen für die Gesellschaft mit sich.
Herausforderungen durch die schnelle Alterung der Bevölkerung
Die Alterung der Bevölkerung ist an sich kein Problem, sondern die Hauptsorge liegt in der Geschwindigkeit dieses Prozesses und der Bereitschaft der Gesellschaft, sich damit auseinanderzusetzen. Südkorea hat sich in etwa 24 Jahren von einer älteren Gesellschaft zu einer überalterten Gesellschaft entwickelt, was viel schneller als in Japan geschah. Es wird prognostiziert, dass bis 2060 etwa 41 Prozent der Bevölkerung Südkoreas 65 Jahre oder älter sein werden, was zusätzlichen Druck auf die Renten-, Gesundheits- und Pflegesysteme ausüben wird.
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Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen
Das Rentensystem in Südkorea ist hauptsächlich auf den nationalen Rentenfonds angewiesen, der durch Beiträge von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Selbständigen finanziert wird. Es wird jedoch prognostiziert, dass dieser Fonds bis 2054 erschöpft sein wird. Außerdem ist die Armutsquote unter älteren Menschen auf 39,7 Prozent gestiegen, was die höchste Rate unter den OECD-Ländern darstellt.
Da viele ältere Menschen über hohe Vermögenswerte verfügen, aber nur geringe Bareinkommen haben, greifen sie auf umgekehrte Hypotheken zurück und kombinieren diese mit Grundrenten. Zudem ist die Beschäftigungsquote unter älteren Menschen in Südkorea signifikant hoch, und das durchschnittliche Alter für den Austritt aus dem Arbeitsmarkt liegt über dem anderer OECD-Länder. Aus diesem Grund gibt es Diskussionen über die Erhöhung des Rentenalters von 60 auf 65 Jahre.
Eine weitere Herausforderung für Südkorea ist die Gesundheitsversorgung. Mit der steigenden Nachfrage nach Langzeitpflege müssen die bestehenden Programme in diesem Bereich verbessert werden. Beispielsweise wurden im Jahr 2024 10,8 Prozent der über 65-Jährigen zur Inanspruchnahme von Dienstleistungen genehmigt, und dieser Prozentsatz wird voraussichtlich steigen.
Schließlich kann die Erfahrung Südkoreas wertvolle Lektionen für andere alternde Länder bieten. Dieses Land sieht sich den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen der alternden Bevölkerung gegenüber, und die Entscheidungen, die es in diesem Zusammenhang trifft, können als Modell für andere Länder dienen.
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