Mahdi Hasani untersucht in seiner neuen Analyse die Folgen des Ramadan-Kriegs für die amerikanische Ordnung im Golf und kommt zu dem Schluss, dass die Instabilität dieser Ordnung, anstatt zu ihrem Fall, zu tiefergehenden Veränderungen führen wird. Die zentrale Frage ist, welche Ordnung in der gegenwärtigen Situation die amerikanische Struktur ersetzen wird?
Folgen des Ramadan-Kriegs für die Sicherheitsordnung der Region
Nach Ansicht von Chatham House verschwinden regionale Ordnungen nicht plötzlich, sondern verschleißen allmählich. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran wird nicht nur als ernsthafte Herausforderung für die Grundlagen der amerikanischen Ordnung angesehen, sondern könnte auch als Wendepunkt in der Geschichte der internationalen Beziehungen im Golf betrachtet werden. Insbesondere die Veränderungen, die aus diesem Krieg resultieren, sind deutlich in der militärischen und sicherheitspolitischen Struktur der Region sichtbar geworden.
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Die langfristige Bedeutung des Ramadan-Kriegs beschränkt sich nicht nur auf die Ergebnisse auf dem Schlachtfeld, sondern verweist auch auf neue Umstrukturierungen in der Region. Beispielsweise zeigen die schweren Schäden an über 12 amerikanischen Militärstützpunkten die Verwundbarkeit dieser militärischen Struktur und die Notwendigkeit einer Neugestaltung der Sicherheitsarchitektur der Vereinigten Staaten im Golf. Solche Veränderungen könnten zu einer Abhängigkeit von weniger sichtbaren Stützpunkten und der Nutzung neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz und präziser Angriffsfähigkeiten führen.
Multipolarität und das Aufkommen neuer Akteure
Chatham House ist der Ansicht, dass die Zukunft des Golfs in Richtung Multipolarität gehen wird. In diesem Szenario werden die arabischen Königreiche aufgrund der Unfähigkeit der USA, ihre Sicherheit zu gewährleisten, gezwungen sein, ihre Sicherheitsarchitektur zu überdenken. Die jüngsten Angriffe auf arabische Länder und die Einschränkungen des amerikanischen Sicherheitsnetzes haben diese Realität deutlich gemacht. Insbesondere der Angriff auf die Öl-Anlagen in Abqaiq und Khurais im Jahr 2019 zeigte, dass dieses Sicherheitsnetz die Golfstaaten nicht mehr vollständig schützen kann.
China könnte als einer der Hauptakteure in diesen Entwicklungen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der neuen Ordnung spielen. Dieses Land, das als größter Käufer iranischen Öls und Hauptgeschäftspartner der arabischen Königreiche gilt, befindet sich in einer Position, in der es seinen Einfluss in der Region ausweiten kann. In Zukunft könnte China eine umfassendere sicherheitspolitische Rolle im Golf übernehmen, was zu einer weiteren Schwächung der amerikanischen Ordnung führen könnte.
Insgesamt zeigt die Analyse von Chatham House, dass der Iran in der Zeit nach dem Krieg mit größerem Einfluss in der Region regieren wird. Dieses Land wird versuchen, seine Beziehungen zu den Golfstaaten zu verbessern und die Struktur der Widerstandsachse neu zu gestalten. In diesem Zusammenhang wird ein gesteuertes Zusammenleben mit Saudi-Arabien zu einer strategischen Notwendigkeit.
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