Wladimir Putin, der Präsident Russlands, sieht sich in den letzten vier Jahren mit umfangreichen Herausforderungen konfrontiert, die das Konzept der Normalität (normalnost) für das russische Volk auf die Probe stellen. Während viele Russen ihren Alltag mit einem einfachen Wort beschreiben, haben die strengen Realitäten des Krieges und die spezifische politische Kultur des Landes das Konzept der Normalität unter Druck gesetzt.
Die Auswirkungen des Krieges auf das tägliche Leben der Russen
Vor dem Beginn des umfassenden Krieges Russlands gegen die Ukraine im Jahr 2022 war das Leben für viele Russen, insbesondere in großen Städten wie Moskau und St. Petersburg, relativ normal und erträglich. Doch jetzt, vier Jahre nach diesem Krieg und mit täglich etwa 1100 gefallenen und verwundeten russischen Soldaten, ist das Leben für die normalen Bürger stark betroffen. Selbst die Bewohner von Moskau und St. Petersburg, die zuvor von den Folgen des Krieges weitgehend verschont geblieben waren, sehen sich nun direkt mit den Konsequenzen dieses Konflikts konfrontiert.
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Kulturelle und politische Faktoren behindern die Normalität
Für die Rückkehr zur Normalität ist das Ende des Krieges unerlässlich, was wiederum das Ende von Putins Herrschaft bedeuten würde. Aber das ist nicht einfach möglich. Es gibt zwei Hauptfaktoren in diesem Zusammenhang: Erstens, die politische Kultur und die nationale Identität Russlands; und zweitens, die komplexe und imperialistische Struktur des russischen Staates. Die politische Kultur der Russen hat ihnen vermittelt, dass ihr Land irgendwie das Recht hat, über andere zu herrschen, und dieses Gefühl des Größenwahns ist ein Hindernis für den Versuch, zur Normalität zurückzukehren.
Die Geschichte dieser Ansichten reicht in verschiedene Epochen zurück und ist tief im kulturellen und politischen Denken der Russen verwurzelt. So unterstützen sogar viele Russen unbewusst diese Theorien, was die Bemühungen um ein normales und alltägliches Leben behindert. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass eine Veränderung dieser Ansichten nur nach großen militärischen Niederlagen möglich ist, wie Deutschland und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich in Richtung Frieden und Konzentration auf das innere Wohl bewegten.
Schließlich muss Russland, um zur Normalität zurückzukehren, klar gescheitert sein und aus dieser Niederlage lernen. Diese Niederlage muss so tiefgreifend sein, dass selbst die hartnäckigsten Unterstützer des Größenwahns ins Zweifeln geraten. Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, scheint die Erwartung einer Rückkehr zur Normalität in Russland unmöglich.
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