Australische Landwirte gehen mit einer Prognose von 61 Millionen Tonnen Winterernte in den Frühling. Diese Menge stellt die viertgrößte Winterernte in der Geschichte Australiens dar und liegt 16 Prozent über dem zehnjährigen Durchschnitt. Trotz der trockenen Prognosen für den Winter hat der bessere als erwartete Niederschlag in den südlichen Bundesstaaten Australiens zum Wachstum der Produkte beigetragen.
Regionale und globale Herausforderungen
Diese nationalen Zahlen zeigen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen. Beispielsweise können die mediterranen Klimabedingungen im Anbaugebiet im Westen Australiens völlig anders sein als in den Getreideanbaugebieten im Norden von New South Wales. Die Schwankungen auf dem globalen Markt für Treibstoff und Dünger, zusammen mit der Möglichkeit eines El Niño, haben die Landwirte gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen.
Mehr lesen: Andy Burnham und die Notwendigkeit, auf die Erfahrungen von Familien in der Lebenshaltungskrise zu achten
Australische Landwirte stehen unter mehreren Druckfaktoren. Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben zu größeren Schwankungen auf dem Markt für Treibstoff, Dünger und Transport geführt. Diese Probleme wirken sich direkt auf die Landwirte aus und die hohen Treibstoffkosten sowie die Versorgungsengpässe haben ihre Fähigkeit, mehr Dünger zu verwenden, verringert.
Änderungen in der Produktwahl und besorgniserregende Zukunft
Laut Daten des Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics and Sciences (ABARES) haben einige Landwirte aufgrund der hohen Düngerpreise begonnen, Gerste anstelle von Weizen anzubauen, da Gerste unter trockenen Bedingungen besser abschneidet und weniger Dünger benötigt. Aber nicht alle Landwirte reagieren gleich auf die Preisschwankungen, und einige entscheiden sich basierend auf der Biologie der Pflanzen und den klimatischen Bedingungen.
Die Frühjahrsprognosen zeigen, dass das Auftreten von El Niño zu einem Rückgang der Niederschläge in großen Teilen des Südostens Australiens und im Südwesten von WA führen könnte. Diese Situation hat Bedenken hinsichtlich des Niederschlagsmangels und der Frostgefahr für die Produkte aufgeworfen. Während einige Regionen wachsen, sind die Bedingungen in anderen Gebieten nicht geeignet für den Anbau.
Trotz dieser Herausforderungen wird Australien weiterhin als großer Lebensmittelexporteur anerkannt, und die Prognosen zeigen, dass die Weizenproduktion 29,9 Millionen Tonnen erreichen wird. Aber die größte Gefahr für die Verbraucher sind die Preisschwankungen, nicht der Mangel an Lebensmitteln. Daher sollte die Regierung in Forschung und Entwicklung für die Produktion nachhaltigerer landwirtschaftlicher Produkte investieren.
Mehr lesen: Das Einwanderungsprogramm One Nation und seine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft Australiens · Analyse der Gründe für politische Veränderungen in Australien anhand des Overton-Fensters




