Die Schaffung eines effektiven sozialen Vertrags für den Klimawandel ist zu einer der Hauptaufgaben der Regierungen geworden. Während die Mehrheit der Menschen weltweit wirksame Maßnahmen gegen die globale Erwärmung fordert, wählen in vielen großen Volkswirtschaften die Wähler Parteien, die den Klimawandel leugnen oder ihn als unbedeutend darstellen.
Krisen des Vertrauens und wirtschaftliche Ungleichheit
Dieser Widerspruch hat seine Wurzeln in einem tiefen Gefühl wirtschaftlicher Ungleichheit. In diesem Jahr zeigen Umfragen, dass vier von zehn Menschen in großen Volkswirtschaften besorgt sind, dass sie im nächsten Jahr nicht in der Lage sein werden, ihre Grundbedürfnisse zu decken, während einige Personen wie Elon Musk ihren Reichtum steigern. In Ländern mit niedrigeren Einkommen ist diese wirtschaftliche Ungleichheit noch ausgeprägter.
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Diese Situation ist das Ergebnis von vier Jahrzehnten gebrochener Versprechen. Die neoliberale Sichtweise, dass Reichtum allmählich zu den unteren Schichten der Gesellschaft gelangt, hat sich nicht bewahrheitet, und die Finanzkrise von 2008 sowie die nachfolgenden globalen Schocks haben die Schwächen des Systems aufgezeigt, in dem Gewinne privatisiert und Risiken sozialisiert werden. Dies hat zu einem Anstieg des Misstrauens gegenüber den Regierungen geführt, während diese von den Menschen verlangen, ihren Versprechen zur Bekämpfung des Klimawandels zu vertrauen.
Notwendigkeit grundlegender Veränderungen im Wirtschaftssystem
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 70 Prozent der Menschen der Meinung sind, dass die wirtschaftliche Ungleichheit in ihrem Land zu hoch ist, und 65 Prozent glauben, dass das Wirtschaftssystem zugunsten der Reichen gestaltet ist. Mehr als zwei Drittel der Menschen fordern grundlegende Veränderungen im Wirtschaftssystem. Diese Reaktionen, die die tatsächlichen Lebenserfahrungen bestätigen, erscheinen vollkommen logisch.
In einer Welt, in der Reichtum stark konzentriert ist und große Unternehmen sowie extrem Reiche in der Lage sind, Gesetze und Steuern zu ihren Gunsten zu ändern, hat das Gefühl von Ungleichheit und Misstrauen gegenüber den Regierungen zugenommen. Diese politischen und wirtschaftlichen Strukturen, die extreme Ungleichheit schaffen, verringern auch die Fähigkeit der Regierungen, zugängliche Energie, angemessene Arbeitsplätze und öffentliche Dienstleistungen bereitzustellen.
Das Ergebnis dieser Bedingungen ist, dass die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen an das Vertrauen in die Regierungen gebunden bleibt. In den untersuchten Ländern unterstützen 54 Prozent der Menschen starke Maßnahmen der Regierung zur Reduzierung von Treibhausgasen, selbst wenn dies zu höheren Preisen führt. Doch diese Unterstützung nimmt unter einkommensschwachen Gruppen und rechtsextremen Wählern ab.
Schließlich müssen die Regierungen sicherstellen, dass Reiche und die größten Verschmutzer ihren Anteil an den Kosten des Klimawandels tragen, um eine nachhaltige soziale Vereinbarung zu erreichen, die allen Gesellschaftsschichten zugutekommt.
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