Das Forschungsteam hat kürzlich neue Ergebnisse zur Funktion des Immunsystems bei Patienten mit Lupus erzielt. Diese Studie zeigt, dass trotz der Aktivität des Immunsystems Lupus-Patienten weiterhin anfällig für bakterielle Infektionen sind. Dieses Paradoxon könnte auf chronische Entzündungen zurückzuführen sein, die die Immunantworten in die falsche Richtung lenken.
Die Rolle der Neutrophilen bei der Kontrolle von Infektionen
Um zu verstehen, wie das Immunsystem fehlerhaft funktioniert, hat das Forschungsteam die Neutrophilen untersucht, eine Art von weißen Blutkörperchen, die die ersten Reaktionen auf Infektionen darstellen. Neutrophile können Netzwerke aus DNA und antimikrobiellen Proteinen, die als neutrophile Extrazellulärfallen bekannt sind, produzieren, die Bakterien einfangen und deren Ausbreitung verhindern.
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Neutrophile können jedoch im Körper auf verschiedene Weisen Extrazellulärfallen produzieren, und nicht alle diese Wege sind gleich effizient. Zum Beispiel sind gesunde Neutrophile in der Lage, auf Infektionen durch Staphylococcus aureus zu reagieren, indem sie Laktat, ein chemisches Produkt, das von Bakterien produziert wird, wahrnehmen, was dazu führt, dass die Neutrophilen eine bestimmte Art von Falle freisetzen, die reich an antibakteriellen Proteinen ist.
Ergebnisse der Forschung und deren Auswirkungen
Das Forschungsteam stellte fest, dass entzündliche Moleküle bei Lupus-Patienten mit dieser antibakteriellen Antwort interferieren. Diese Signale führen zu einem Rückgang des Proteins, das für die Wahrnehmung von bakteriellen Laktaten erforderlich ist. Gleichzeitig lenkt ein anderes entzündliches Molekül die Neutrophilen in Richtung einer anderen Art von Falle, die schneller produziert wird, aber weniger effektiv beim Töten von Bakterien ist. Infolgedessen ist das Immunsystem nicht schwach, sondern die Immunantwort ist sehr aktiv, aber fehlerhaft.
Lupus wird als Autoimmunerkrankung anerkannt, bei der das Immunsystem das eigene Gewebe angreift. Aber auch schwere Infektionen sind eine große Sorge für Lupus-Patienten. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen deutlich, dass eine erhöhte Entzündung nicht unbedingt besseren Schutz gegen Infektionen bedeutet. Art und Timing der Immunantwort sind entscheidend.
Schließlich befasst sich diese Studie mit der Frage, warum Standardmedikamente gegen Lupus möglicherweise nicht zur Verbesserung von Infektionen beitragen, und schlägt vor, dass die Art der produzierten Fallen und deren Bedingungen wichtigere Fragen für ein besseres Verständnis der Krankheit Lupus darstellen könnten.
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